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Alternativen zum Sparkonto und zur Hypothek von der Bank

Die meisten finanzieren ihren Traum von den eigenen vier Wänden traditionell, das heisst mit Eigenkapital vom Sparkonto und einer Hypothek von der Bank. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, wie Sie zu Eigen- und Fremdkapital kommen können. Wir sagen Ihnen, welche. 


Die meisten finanzieren ihren Traum von den eigenen vier Wänden traditionell, das heisst mit Eigenkapital vom Sparkonto und einer Hypothek von der Bank.(rh) Egal, wie Sie Ihr Wohneigentum finanzieren, die wichtigste Frage stellt sich am Anfang: Kann ich mir das leisten? Jetzt, wo die Zinsen so tief sind, ist die Tragbarkeit kaum ein Problem. Doch die Zinsen werden nicht ewig so tief sein. Wer auf Nummer sicher gehen will kalkuliert vorsichtig: Wenn Sie den Kauf mit 20 Prozent Eigenkapital finanzieren, rechnen Sie mit 6 Prozent des Kaufpreises im Jahr für Zinsen, Amortisationen, Nebenkosten. Das macht für ein Haus, das 1 Million Franken kostet, 60'000 Franken im Jahr. Dieser Betrag sollte nicht höher sein als ein Drittel Ihres Einkommens. Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto tiefer sind Ihre langfristigen jährlichen Durchschnittskosten. Wenn Sie die Kosten tragen können, schliesst die Frage an, wie Sie zu Eigen- und Fremdkapital kommen.


Wertschriften verkaufen oder verpfänden
Eigenkapital. Die meisten denken sofort an ihr Sparkonto. Doch es gibt Alternativen. Sie können zum Beispiel Aktien, Obligationen und Anlagefonds verkaufen oder verpfänden. Verkaufen ist manchmal schwierig, weil der Zeitpunkt ungünstig ist und Sie Verluste realisieren oder (mögliche) Gewinne verpassen. Wenn Sie nicht verkaufen wollen, können Sie Ihre Wertschriften als Sicherheit für einen sogenannten Lombardkredit verpfänden. Allerdings belehnen Banken Wertschriftendepots höchstens mit 50 Prozent, eher weniger. Ausserdem kostet ein Lombardkredit mindestens so viel wie eine (erste) Hypothek – Sie müssten also die 6-Prozent-Regel auf den gesamten Kaufpreis anwenden.
 
2. und 3. Säule vorbeziehen oder verpfänden
Seit 1995 können Sie selbstbewohntes Wohneigentum mit Guthaben der 2. und 3. Säule finanzieren. Kapital aus der 2. Säule vorbeziehen hat Nachteile. Der schwerwiegendste ist, dass Ihre Pensionskasse Leistungen kürzen wird. Ausserdem müssen Sie das Kapital versteuern und können in der Steuererklärung weniger Schuldzinsen abziehen, weil Sie mehr Eigenkapital einbringen. Wenn Sie das Kapital verpfänden, werden die Leistungen nicht gekürzt und Sie versteuern wegen der höheren Schuldzinsen weniger Einkommen. Dafür ist die Zinsbelastung höher, weil Sie Ihr Wohneigentum faktisch bis 95 Prozent belehnen können. Auch die Säule 3a können Sie vorbeziehen oder verpfänden.


Erbvorbezug oder Schenkung
Falls Ihre Eltern Geld auf der hohen Kante haben, ist ein Erbvorbezug oder eine Schenkung eine sinnvolle Alternative. Allerdings müssen Sie und Ihre Eltern einige Punkte beachten. Erbvorbezug und Schenkung müssen ausgeglichen werden, falls nichts anderes schriftlich vereinbart worden ist – der Betrag wird bei der späteren Erbteilung angerechnet. Und die Pflichtteile der anderen Erben dürfen nicht verletzt werden. In den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Neuenburg und Waadt sind Schenkungen oder Erbvorbezüge steuerpflichtig, im Kanton Luzern entscheiden die Gemeinden. Alle anderen Kantone verzichten auf eine Erbschafts- oder Schenkungssteuer für direkte Nachkommen.
 
Darlehen im Familien- oder Freundeskreis

Darlehen von Freunden oder Verwandten sind ein anderer Weg, an Eigenkapital zu kommen. Oft werden solche Darlehen zu tiefen Zinsen oder zinsfrei gewährt. Falls Sie Zinsen zahlen, können Sie diese in der Steuererklärung vom Einkommen abziehen. Private Darlehen haben einen Nachteil: Wenn Sie mit den Zinsen oder der Rückzahlung in Rückstand geraten, belastet das die Beziehung. Regeln Sie Laufzeit, Zinssatz und Fälligkeit vertraglich. Falls Sie den Darlehensgeber besser absichern wollen, lassen Sie das Darlehen als Grundpfandverschreibung im Grundbuch eintragen. Das lohnt sich aber erst bei grösseren Summen, weil es ziemlich viel kostet, einen Schuldbrief zu errichten.


Versicherungen, Pensionskassen oder der Arbeitgeber

Das Thema Fremdkapital ist schneller abgehandelt, obwohl Sie Ihr Wohneigentum mehrheitlich (bis zu 80 Prozent) mit Fremdkapital finanzieren werden. Herr und Frau Schweizer nehmen traditionell Hypotheken bei ihrer Hausbank auf. Dagegen ist nichts einzuwenden. Doch es gibt andere, die Ihnen gerne helfen, Ihren Traum zu verwirklichen. Zum Beispiel Versicherungen oder Pensionskassen. Die Hypothekarmodelle (fest, variabel, Geldmarkthypotheken & Co.) sind vergleichbar, genauso wie die Bedingungen. Der Hypothekarmarkt ist ein Markt, Angebot und Nachfrage definieren den Preis, also den Zinssatz. Trotzdem gibt es Unterschiede. Holen Sie mehrere Offerten ein und vergleichen Sie diese genau. Oft gewährt Ihnen Ihre Bank oder Versicherung bessere Konditionen, weil Sie treuer Kunde sind. Sprechen Sie Ihren Berater darauf an – auf jedem Markt wird gehandelt. Und fragen Sie Ihren Arbeitgeber: Es gibt Firmen, die Wohneigentum fördern und Ihren Mitarbeitenden Hypotheken zu Vorzugskonditionen anbieten. Im Prinzip kann Ihnen jede(r) eine Hypothek gewähren, auch ein Verwandter oder eine Freundin. Denken Sie aber daran: Bei Geld hört die Freundschaft oft auf. Vielleicht ist es sinnvoller, einer Bank, Versicherung oder Pensionskasse einen Viertelprozentpunkt mehr Zinsen zu zahlen als eine persönliche Beziehung aufs Spiel zu setzen.



Text: hausinfo
Bild: ImagePoint (karpi.ch)

Letzte Aktualisierung: 06.09.2011