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Hauskauf mit Bedacht

Die Hypothekarzinsen sind auf historischem Tiefstand. Trotzdem muss der Erwerb eines Eigenheims angesichts des gebremsten Wirtschaftswachstums gut überlegt und individuell angeschaut werden.

Jetzt ein Häuschen im Grünen mit tiefen Zinsen kaufen? Eine vorangehende Analyse ist empfehlenswert.Zum Jahresende hin befanden sich die Hypothekarzinsen schon fast im Sturzflug: Wer Ende November eine der beliebten fünfjährigen Festhypotheken abschloss, musste im Durchschnitt einen Zins von 2,8% entrichten – das sind 29 Prozent weniger als noch am 1. Oktober 2008. Dies ergab eine Marktanalyse des Internet-Vergleichs-Dienstes comparis.ch. Wer vergleiche und geschickt verhandle, habe deshalb gute Chancen, die benötigte Hypothek zum Schnäppchenpreis zu bekommen, teilte das Unternehmen mit.

Das Finanzberatungsunternehmen Vermögenszentrum (VZ) empfiehlt, sich vor allem die Geldmarkt- oder Libor-Hypotheken genauer anzuschauen. Deren Zinssatz richtet sich bei sehr kurzen Laufzeiten von bis zu sechs Monaten nach dem Libor. Das ist der Zinssatz, zu dem sich die Banken im Interbankenhandel gegenseitig Geld ausleihen. Sinkt der Libor, profitiert man mit einer Geldmarkt-Hypothek sehr schnell von den tieferen Zinsen – auch wenn die Hypothek im Moment noch eher teuer ist. Hauseigentümer, die jetzt eine längere Festhypothek abschliessen, würden hingegen erst nach Ablauf der Hypothek in ein paar Jahren von den sinkenden Zinsen profitieren, schreibt das VZ.

Das «historische Tief» der Hypozinsen bestätigt auch Jürg Legler, stellvertretender Direktor und Leiter Finanz der Bank EEK (ehemals Einwohner-Ersparniskasse Bern). Zinsmässig sei es zur Zeit «sehr interessant». Insbesondere Hauseigentümer, die nicht gerade erst eine Festhypothek abgeschlossen haben, dürften Freude haben an der Entwicklung.

Jetzt ruckzuck ein Haus kaufen, ist aber nicht empfehlenswert. «Es braucht trotzdem Geld», gibt Jürg Legler zu bedenken. Die Preise im Raum Bern seien noch immer ziemlich hoch – vor allem in guten Lagen, wo die Immobilie später auch wieder gut verkauft werden kann. Kaufinteressierten legt der Finanzplaner nahe, in einer Beratung die persönliche Situation und die Bedürfnisse anzuschauen. «Wichtig ist eine gewisse Stabilität sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich.» Da es im kommenden Jahr wenig Wirtschaftswachstum geben werde, müsse man mögliche Veränderungen in die Planung miteinbeziehen. Und ein bisschen warten könnte sich vielleicht lohnen: Möglicherweise lasse das gebremste Wachstum die Immobilienpreise sinken.


Text : hausinfo
Bild: www.baufritz.de

Letzte Aktualisierung: 07.11.2011