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Ziemlich attraktive Wohnstadt

Wohnen in Bern hat Vor- und Nachteile: Die Lebensqualität wird als sehr hoch beurteilt – finanziell hingegen gibt es Abstriche. Doch dieses Problem haben fast alle grösseren Städte. 

Hohe Lebensqualität und Sicherheit, wenig frei verfügbares Einkommen: Das bietet Bern seinen Einwohnern.(msm) Im Grünen wohnen und doch alles Wichtige und Genehme in der Nähe haben: Diese Wunschvorstellung hat in der Schweiz Siedlungen und vor allem Agglomerationen in die Breite wachsen lassen. Trotzdem leben viele Menschen in einer Stadt – was sowohl Vor- als auch Nachteile hat.

Die Lebensqualität ist ein Punkt, den die Stadtvermarkter und -behörden in Bern gerne betonen. Im internationalen Vergleich des Beratungsunternehmens Mercer von 215 Städten liegen die Schweizer Orte Zürich, Genf und Bern im Bereich «Lebensqualität allgemein» auf den Plätzen 1, 2 und 9, im Bereich «Sicherheit» gemeinsam auf dem 2. Rang. Zur Erhebung werden 39 Kriterien herangezogen. Diese berücksichtigen unter anderem politische, soziale und wirtschaftliche Aspekte, Sicherheit, Gesundheit, Verkehr und Umwelt.

Trotzdem sieht der Berner Gemeinderat «in einigen Bereichen Handlungsbedarf», wie er in der Publikation «WohnStadtBern» von Oktober 2008 schreibt. Beispielsweise würden deutlich mehr Personen in der Stadt arbeiten als wohnen. Die Pendler verursachten Mehrverkehr und eine weitere Zersiedelung der Landschaft ausserhalb der Stadt. Zentrale Bedeutung messen die Behörden auch dem Wohnumfeld zu. So seien für Familien und für ältere Menschen Naherholungsgebiete wichtig. Mit dem Weissensteinpark und Massnahmen in Gäbelbachtal habe die Stadt bereits Massnahmen ergriffen, weitere sind geplant.

Was die Finanzen betrifft, bieten Städte grundsätzlich eher weniger gute Bedingungen. So zeigt die Studie «Swiss Issues Regionen – Wo lebt sich's am günstigsten?» der Credit Suisse, dass man in den Stadtkantonen Genf und Basel-Stadt am teuersten, in den Zentrumskantonen Bern, Zürich, Basel-Land und Waadt gerade durchschnittlich (Bern) oder eher teuer wohnt. Ausschlaggebend ist das «frei verfügbare Einkommen». Dieses entspricht dem Betrag, der nach Abzug sämtlicher Zwangsabgaben und Fixkosten zur Verfügung steht.

In Genf und Basel ist das frei verfügbare Einkommen am geringsten, unterdurchschnittlich ist es auch in Zürich und vor allem in den angrenzenden Seegemeinden, in Bern und Lausanne, leicht unterdurchschnittlich in Biel und am Thunersee. Gemäss der Studie zeigt die Erfahrung aber, dass Steuersenkungen allein langfristig nicht unbedingt das Geld für den freien Konsum vermehren lassen: Höhere Preise für Immobilien, Krankenversicherung oder Strom setzen dem Steuervorteil oft zu. 


Text: hausinfo
Bild: Bern Tourismus

Letzte Aktualisierung: 31.01.2011