Gemeinsam statt einsam
Nachbarschaftshilfe ist geregelt
Das Zürcher Gemeinschaftsmodell ist auf gegenseitige Unterstützung und auf Bewohnerpflichten angewiesen. Unter anderem sind bis zu vier Stunden pro Woche für Botengänge oder andere Nachbarschaftshilfen vorgesehen. Im Gegenzug erhalten die Bewohner von der Genossenschaft mehrere Gemeinschafts-, Fitness- oder Computerräume zur Verfügung gestellt. Dass ein Leben mit geregelter Nachbarschaftsstruktur auch unter Eigentümern funktionieren kann, wird derweil seit rund einem Jahr in Kreuzlingen erprobt. Neun Wohnparteien haben ein Haus an urbaner und gut erschlossener Lage umgebaut und mit einem Neubau ergänzt; neben den Eigentumswohnungen ist ebenfalls gemeinsam nutzbare Infrastruktur – darunter ein grosser Garten, eine Werkstatt, ein Gästezimmer und ein Mehrzweckraum – eingerichtet worden. Das Alter ist auf «44+» beschränkt und die Kinder müssen zwingend ausgezogen sein. Ein umfangreiches Vertragswerk regelt die Selbstverwaltung in dieser neu gegründeten Stockwerk- und Lebensgemeinschaft, wobei der Unterhalt der Liegenschaft mit Pflichtstunden geregelt wird.
Bestehendes weiterbauen
Das altersgerechte Motto «gemeinsam statt einsam» kann auch im angestammten Umfeld umgesetzt werden. Voraussetzung ist meistens aber, das bestehende Haus- oder Wohneigentum umzubauen und zu erweitern. Gestalterisch sind kreative Ideen gefragt, um zusätzlichen Raum für ein innerfamiliäres generationenübergreifendes Wohnen zu schaffen. Eine anschauliche Auswahl zum «Weiterbauen für Wohneigentum im Alter» hat die freischaffende ETH-Architektin Mariette Beyeler gesammelt: Grosse und kleine Einfamilienhäuser können nach oben oder unten und sogar seitlich ergänzt werden, damit die Kinder mit ihren eigenen Familien wieder in die Nähe der Eltern ziehen können. Technisch, rechtlich oder auch finanziell sind solche Umbauten nicht überall möglich. Doch für Eigenheimbesitzer gilt, sich zum einen frühzeitig und grundsätzlich Gedanken zur Entwicklung des Wohneigentums und der weiteren Lebensplanung zu machen. Zum anderen zeigen die bereits umgesetzten Gemeinschaftslösungen, dass Wohnen im Alter sowohl durch passende Gebäude als auch durch eine flexible ältere Generation ermöglicht wird.
Text: hausinfo
Bild: ImagePoint (Rainer Weisflog)
Letzte Aktualisierung:
07.09.2011
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