Private Liegenschaften in der Schweiz gehören oftmals Erbengemeinschaften mit zwei bis drei Parteien. Ein Beispiel, wie Liegenschaften verteilt und bewirtschaftet werden können, bevor sich zu viele Erben darum streiten.

Die Geschwister Hans (55, zwei Kinder) und Gabi (59, drei Kinder) haben vor 15 Jahren von ihren Eltern zwei
Mehrfamilienhäuser, ein Einfamilienhaus sowie zwei
Ferienwohnungen geerbt. Hans verfügt über ein hohes Einkommen und ist nicht auf die Erträge aus den Liegenschaften angewiesen - anders Gabi: Sie verdiente nicht, solange ihre Kinder klein waren, und deckt ihre Lebenshaltungskosten zum Teil mit dem Ertrag aus den Liegenschaften.
Bei den Mehrfamilienhäusern und dem Einfamilienhaus stehen
Investitionen an. Aus diesem Anlass lassen Hans und Gabi überprüfen, ob ein
Teilverkauf und die Auflösung ihrer Erbengemeinschaft sinnvoll sind.
Knacknuss spätere Wertentwicklung Der einfachste Weg wäre es, die Liegenschaften
schätzen zu lassen, sie anschliessend aufzuteilen und die Differenz über eine Ausgleichszahlung zu regeln. Diese Lösung hat einen schwer wiegenden Nachteil: Liegenschaften verfügen oft über ganz unterschiedliche Potenziale. Wenn sich der
Wert nach der Aufteilung sehr unterschiedlich entwickelt, fühlen sich jene Erben übervorteilt, die nicht vom Mehrwert profitieren. Um das zu vermeiden, wenden sich Gabi und Hans an Fachleute.
Potenziale richtig abschätzen Die Immobilienexperten bewerten die Liegenschaften und unterziehen sie gleichzeitig einer Potenzialanalyse. Dabei geht es darum herauszufinden, ob mit gezielten Investitionen oder mit einer Umnutzung ein Mehrwert geschaffen werden kann. Resultat: Mit beiden Mehrfamilienhäusern lassen sich deutlich höhere Mieterträge erwirtschaften, wenn man die 1- und 2-Zimmerwohnungen zusammenlegt. Eine solche Veränderung lässt sich nicht kurzfristig realisieren, nicht zuletzt, weil die Wohnungen vermietet sind. Bei der Aufteilung der Liegenschaft muss man diese potenzielle Wertsteigerung aber berücksichtigen.
Hans und Gabi möchten ihr Elternhaus am liebsten im Familienbesitz behalten. Die Experten schätzen ab, wie hoch die Kosten für eine umfassende
Sanierung sind. Zusätzlich berechnen sie, wie viel das
Grundstück Wert ist, wenn sie darauf
Eigentumswohnungen bauen und verkaufen. Die Ferienwohnungen nutzen die Erben nicht selber. Eine Analyse zeigt, dass mit der wochenweisen Vermietung knapp die Unterhaltskosten erwirtschaftet werden. Ein Verkauf ist deshalb sinnvoll.
Faire Aufteilung Gabi und Hans beschliessen, die Ferienwohnungen zu verkaufen und den Erlös unter sich aufzuteilen. Die beiden Mehrfamilienhäuser übernimmt Gabi. Sie zahlt Hans einen höheren Übernahmepreis als den aktuellen
Verkehrswert, um ihn für die potenziellen Mehreinnahmen zu entschädigen. Hans übernimmt das elterliche Einfamilienhaus, damit es erhalten bleibt. Er plant eine umfassende Renovation. Das Geld dafür stammt aus der Ausgleichszahlung für die Mehrfamilienhäuser.
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