Immobilienmarkt: Vor allem Einfamilienhäuser werden noch teurer
Gute Nachrichten für Wohneigentümer, schlechte Nachrichten für potenzielle Käufer: Obwohl einige Fachleute warnen, die Immobilienblase könnte platzen, werden die Preise für Wohneigentum auch 2012 steigen. Allerdings weniger stark als in den letzten Jahren.

(rh) Die Kaufpreise für Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen steigen seit Jahren. Dieser Trend wird sich 2012 fortsetzen. Allerdings weniger ausgeprägt als noch 2011. Zu diesem Schluss kommen 150 Immobilientreuhänder, -makler, -analysten und -verwalter, die der HEV Schweiz befragt hat. Die Prognosen anderer Fachleute – BAKBASEL, Fahrländer Partner Raumentwicklung und Wüest & Partner – unterstützen diese Meinung. Wer Wohneigentum kaufen will, wird im neuen Jahr noch tiefer in die Tasche greifen müssen. Vor allem in grösseren Städten und darum herum.

(rh) Die Kaufpreise für Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen steigen seit Jahren. Dieser Trend wird sich 2012 fortsetzen. Allerdings weniger ausgeprägt als noch 2011. Zu diesem Schluss kommen 150 Immobilientreuhänder, -makler, -analysten und -verwalter, die der HEV Schweiz befragt hat. Die Prognosen anderer Fachleute – BAKBASEL, Fahrländer Partner Raumentwicklung und Wüest & Partner – unterstützen diese Meinung. Wer Wohneigentum kaufen will, wird im neuen Jahr noch tiefer in die Tasche greifen müssen. Vor allem in grösseren Städten und darum herum.
Einfamilienhäuser
Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern hat 2011 deutlich kräftiger zugelegt als 2010. 44 % der Immobilienexperten beobachteten eine steigende, 50 % eine konstant hohe Nachfrage. Deshalb ging das Angebot zurück. Auch, weil zu wenige Einfamilienhäuser gebaut worden sind, um die Nachfrage auch nur annähernd zu befriedigen. Angebot und Nachfrage sind aus dem Gleichgewicht. Die Folge: 75 % der Fachleute meldeten moderate bis starke Preissteigerungen. Besonders in Agglomerationen von Grosszentren und in Tourismusregionen, präzisiert Wüest & Partner. Laut Studie «Immobilienmarkt Schweiz» sind die Preise vor allem in den letzten Monaten des Jahres gestiegen. Der mittlere Transaktionspreis für ein Einfamilienhaus liegt landesweit bei Fr. 780'000.-.
Eigentumswohnungen
Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen hat auch 2011 stark zugelegt. 45 % der Immobilienexperten meldeten dem HEV Schweiz eine steigende und 51 % eine konstant hohe Nachfrage. Das Angebot ist zwar leicht rückläufig, der Markt ist aber, zumindest im Vergleich zum Markt für Einfamilienhäuser, besser im Gleichgewicht. Trotzdem sind Eigentumswohnungen wieder teurer geworden. Laut Wüest & Partner um 4,8 % im Jahresdurchschnitt. Gegen Ende 2011 habe sich die Preissteigerungsrate verflacht. Zum einen, weil dank vielen Neubauten der Nachfrageüberhang ein wenig abgebaut werden konnte, zum anderen, weil die Preise inzwischen so hoch sind, dass sich immer mehr potenzielle Käufer keine Eigentumswohnung leisten können. Oder wollen.
Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen
Am deutlichsten hat 2011 die Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern zugelegt. Um 73 % im Jahresvergleich, wie die 150 vom HEV Schweiz befragten Fachleute berichteten. Weil gleichzeitig weniger Mehrfamilienhäuser auf den Markt kamen, legten die Preise moderat bis stark zu. Allerdings gibt es grosse Unterschiede zwischen Stadt und Land. In Gemeinden mit weniger als 20'000 Einwohnern halten sich Angebot und Nachfrage die Waage, in grösseren Städten ist der Markt aus dem Gleichgewicht und die Preise stiegen überdurchschnittlich stark. Und das, obwohl gerade in den Zentren viel gebaut wird. In der Schweiz liegt die Leerstandsquote von Mietwohnungen knapp unter einem Prozent, in Zürich zeitweise nahe null Prozent.
Prognose für 2012
Alle Immobilienexperten sind sich einig: Wohneigentum wird auch 2012 teurer. Aber die Preise werden weniger stark steigen als in den letzten Jahren. Und die Einfamilienhäuser werden, wie schon 2011, im Vergleich zu den Eigentumswohnungen aufholen. Fahrländer Partner und BAKBASEL begründen die nach wie vor stabile Nachfrage mit den historisch tiefen Zinsen, warnen aber gleichzeitig vor einer drohenden wirtschaftlichen Abkühlung und den vielen Neubauten. Am meisten Potenzial für Preissteigerungen liegt bei Einfamilienhäusern im mittleren Preissegment. Speziell ist der Markt für Mehrfamilienhäuser: Weil institutionelle Anleger wie Pensionskassen immer mehr in Immobilien investieren und auch Privatpersonen Mehrfamilienhäuser als Anlagealternative entdecken, werden die Preise moderat bis stark steigen. Darunter wird die Bruttorendite für gehandelte Objekte leiden. Der Medianwert für Neubauten liegt noch bei 4,5 und für Altbauten bei 5 %.
Text: hausinfo
Bild: ImagePoint (fotografie-wiese.de)
Letzte Aktualisierung:
05.01.2012

