Botanischer Garten «La Linnaea»
Der am 20. Juli 1889 im Unterwallis eingeweihte Alpengarten «La Linnaea» ist die älteste Anlage dieser Art in den Westalpen.
«La Linnaea» ist Alpengarten und alpinökologische Forschungsstation in einem. Der Garten ist öffentlich zugänglich und der Eintritt gratis. Die Anlage umfasst einen von Wegen durchzogenen Abhang auf der Nordseite sowie ein Gipfelplateau, wo sich unter anderem die Arbeits- und Wohngebäude befinden. Der heutige Garten ist keine Sammlung alpiner Pflanzen im eigentlichen Sinn, sondern besteht aus einer Reihe verschiedener Biotope mit Hinweisen zu deren wichtigsten Pflanzen. So können sich die Besucher und Besucherinnen mit den Standorten vertraut machen, die sie auf ihren Spaziergängen entdeckten, und die dort wachsenden Arten anhand von Informationstafeln mit Abbildungen und Kurzbeschreibungen bestimmen. Während eines Besuchs lassen sich ein subalpiner Wald, ein Feuchtgebiet, eine Gletschermoräne sowie mehrere Felsenbiotope erkunden.
Gestaltung Als der Garten angelegt wurde, sah das allgemeine Konzept zwei verschiedene Bereiche vor. Es handelte sich einerseits um eigentliche Steingärten, wie sie für bestimmte Regionen typisch sind, und andererseits um Sammlungen charakteristischer Pflanzenarten. Aufgrund des Pflanzenkatalogs aus dem Jahr 1901 verteilten sich insgesamt 41 Pflanzungen auf den rund einen Hektar grossen Park. Vom Eingang an der Passstrasse zum Grossen St. Bernhard, die den unteren Teil des Parks in einer Schlaufe umfährt, wurde ein Netz von Wegen angelegt. Im Laufe der Zeit breiteten sich die angepflanzten Arven- und Lärchenbestände aus, sodass dieser Teil heute vorwiegend von Wald und Hochstauden bewachsen ist.
In dreijähriger Arbeit wurden rund 2'500 Pflanzen aus dem Genfer «Jardin d'acclimatisation» in die verschiedenen Pflanzungen umgesiedelt. Es entstanden Steingärten von Gebirgen wie Kaukasus, Sibirien, Pyrenäen und Himalaya, dazu Steinbrech-, Schlüsselblumen- und Rhododendron-Pflanzungen und nicht zu vergessen die Bestände von Farn und Bärlapp.
Name des Gartens
Der Name des Gartens geht aus zweierlei Gründen auf den schwedischen Botaniker Linné zurück: Zum einen war der Biologe George Romanes, der massgebend an der Gründung des Gartens beteiligt war, einst Präsident der Londoner Linné-Gesellschaft. Zum anderen wurde Linnaea borealis, eine auffällige und seltene kleine Caprifoliacee, die unter Lärchen und Arven gedeiht, im Wallis erstmals in einem der benachbarten Täler entdeckt.
| Reisetipps | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Anfahrt | Der Garten ist am besten über die obere Ausfahrt von Bourg-Saint-Pierre zu erreichen. Ein steiler Weg führt durch den Wald zum Plateau mit dem Teich. Von dort aus reicht der Blick bis zum Grossen St. Bernhard. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Text: Zeitschrift «Jardin romand», Marc Henri Jan

Letzte Aktualisierung:
30.03.2011

