Schloss d'Ainay
Die Prinzessin Marie-Solange de La Tour d'Auvergne legte um eines der schönsten Schlösser Frankreichs herum wunderbare Gärten an.
Das Schloss d'Ainay, Musterbeispiel einer feudalen Festung, wurde im 14. Jahrhundert gebaut und in der Renaissance mit einem imposanten Gebäudekomplex erweitert. Seit dem 19. Jahrhundert ist der Bau von einem englischen Park umgeben, in dem hochstämmige Bäume mit farbenfrohem Blattwerk wie Purpurhecken, Sumpfzypressen und bläuliche Nadelhölzer zu bewundern sind. Der Park wird durch zwei Blumengärten – einen Rosengarten und einen Garten im ehemaligen Kartäuserkloster – ergänzt. Rosen in Hülle und Fülle
Wo sich früher nur Wiesen und Kanäle befanden, liess die Besitzerin, Prinzessin Marie-Solange de La Tour d'Auvergne, mit Hilfe ihres Landschaftsgärtners Pierre Joyaux einen Rosengarten anlegen. Dieser umfasst eine breit angelegte Sammlung meist alter Pflanzen. Ihre Begeisterung für Rosen brachte Marie-Solange de La Tour d'Auvergne auf die Idee, eine neue Sorte zu züchten: die Colbert-Rose. Diese trägt den Namen eines ihrer Vorfahren, des Ministers Colbert.
In einem ehemaligen Kartäuserkloster
Der zweite von Marie-Solange de La Tour d'Auvergne angelegte Garten befindet sich in einem ehemaligen Kartäuserkloster. Wie im königlichen Küchengarten in Versailles folgen einander mehrere Bereiche mit ganz unterschiedlichen Gärten. Nebst einem weissen Garten gibt es einen Duftgarten und einen Obstgarten mit schön gestutzten Bäumen, in dem seltene und bekannte Sorten angepflanzt wurden.
Jeder Garten ist nach der Gartenkunst einer bestimmten Epoche angelegt. Der mit Skulpturen verzierte Obstgarten ist eine Hommage an La Quintinie, den Schöpfer des königlichen Küchengartens in Versailles, der «Cloître des simples» ist nach den Ideen der Renaissance gestaltet, der Gebetsgarten folgt der Tradition des Mittelalters, und der Gartenarchitekt Le Nôtre hat den weissen Garten gestaltet.
Text: Zeitschrift «Espaces contemporains», Robert Colonna d'Istria
Bild: Jean-François Jaussaud
Letzte Aktualisierung:
30.03.2011

