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Do-it-yourself: Parkett renovieren

Parkettböden sind in der Regel sehr langlebig und sie lassen sich mittels einer gründlichen Renovation praktisch wieder in den Neuzustand versetzen. Die folgende Anleitung soll Ihnen in erster Linie eine Entscheidungshilfe bieten, ob Sie sich das mitunter ziemlich anspruchsvolle Renovieren von Parkett zutrauen oder nicht.
 
Für eine gründliche Auffrischung eines Parkettbodens ist ein vorgängiges Schleifen unabdingbar.Versiegeln, ölen oder wachsen?
(stö) Für eine gründliche Auffrischung eines Parkettbodens ist in jedem Fall ein vorgängiges Schleifen unabdingbar. Ebenso muss entschieden werden, ob Sie den Parkettboden mit Lack versiegeln oder mit Öl und/oder Wachs versehen wollen. Versiegelte Böden sind strapazierbar und pflegeleicht, da Staubsaugen und gelegentliches feuchtes Aufwischen im Allgemeinen genügt, während Ölen von Parkett die Maserung des Holzes betont und der Farbe Tiefe verleiht. Geölte Böden sollten mehrmals im Jahr mit Pflegeöl behandelt werden, damit der Oberflächenschutz bestehen bleibt. In Ergänzung zum Ölen oder unabhängig davon können Parkettböden gewachst werden. Wachs schützt den Boden besser gegen Wasser und Schmutz und wirkt rutschhemmender.
 
Vorarbeiten

Entfernen Sie sämtliche Sockelleisten, Schienen, Viertelstäbe und Türstopper im Raum und entfernen Sie auch Nägel und Drahtstifte, die im Boden stecken geblieben sind. Vollverklebte Teppiche oder anderweitige Beläge werden herausgerissen und Leim- und Schaumstoffreste mit einer Parkettschleifmaschine entfernt. Auf kleinen Flächen können Leimreste auch mit einem Spachtel entfernt werden, allerdings lohnt sich der Einsatz einer Maschine schon sehr schnell. Der Einsatz einer sogenannten Stripper-Maschine zum Entfernen von Teppichen sollte nur auf Massivparkett erfolgen, welcher anschliessend genügend tief geschliffen werden kann.


Profitipps
Profitipps
  • Nehmen Sie Schleifarbeiten nur mit einer Atemschutzmaske vor, auch wenn die Parkettschleifmaschine mit einem Staubbeutel ausgestattet ist.
  • Leeren Sie den Staubbeutel der Parkettschleifmaschine bevor er mehr als halbvoll ist. So wird die Leistung der Maschine nicht beeinträchtig.
  • Zur Vermeidung einer warmen und weichen Lackschicht beim Schleifen empfiehlt sich die Verwendung von Schleifmitteln mit sogenannter offener Körnung, bei denen nur etwa 50 - 70% der Fläche mit Schleifkörnern versehen sind. Auf diese Weise können Lackreste besser aufgenommen werden.
  • Bei Versiegelungs- und Ölungs-Arbeiten sollte der Raum regelmässig gelüftet werden, damit die Dämpfe entweichen können. Grundsätzlich sollte jedoch auf ein gleichbleibendes Raumklima geachtet werden, damit der behandelte Boden gleichmässig trocknen kann.


Parkett schleifen
Grössere Parkettflächen sollten mit einer Parkettschleifmaschine geschliffen werden, während kleine Flächen auch mit einer Handbandschleifmaschine bearbeitet werden können. Vor jedem Schleifgang muss der Boden mit dem Staubsauger gereinigt werden. Verfeinern Sie die Körnung des Schleifpapiers innerhalb der jeweiligen Schleifgänge.
  • Schleifpapier-Körnung
    Die erforderliche Körnung des Schleifpapiers hängt von der Holzart, dem Alter und den Schädigungen ab. Lassen Sie sich beim Verleih der Parkettschleifmaschine entsprechend beraten.
  • Grobschliff
    Der erste Schleifgang erfolgt diagonal zum Verlauf der Holzfaser. Auf diese Weise wird ein Ausschleifen weicher Stellen vermieden. Achten Sie darauf, die laufende Schleifmaschine weich in Vorwärtsrichtung auf den Boden aufzusetzen, um Aufsetzspuren zu verhindern und heben Sie die Maschine vor jedem Richtungswechsel jeweils an. Fahren Sie mit der Maschine in derselben Spur zurück und bearbeiten Sie die nächste Spur um ca. 2/3 versetzt wiederum vorwärts. Die Flächen, die im ersten Durchgang von der Maschine nicht erfasst worden sind, werden in einem zweiten Durchgang in umgekehrter Richtung bearbeitet.
  • Mittlerer Schliff
    Dieser erfolgt 90° versetzt zum Grobschliff.
  • Fugen ausbessern
    Nach dem mittleren Schliff sollte die Oberfläche auf Risse und Fugen überprüft werden. Vorhandene Risse und Fugen können mit Fugenkittmasse behoben werden. Hierfür wird eine Holzkittlösung hergestellt, der Schleifstaub vom Mittelschliff beigemengt wird. Alternativ können Sie auch Fertigkitte (auf Wasserbasis) verwenden. Die Fläche wird in ca. 1 m breiten Bahnen vollflächig mit der Kittlösung von Wand in Richtung Tür bestrichen. Entfernen Sie zu viel aufgetragenen Kitt anschliessend umgehend mit einem Gummiwischer, damit der Kitt nachher nicht mühsam abgeschliffen werden muss und achten Sie auf die Herstellerangaben, damit der Kitt weder zu dick- noch zu dünnflüssig wird. Fugen lassen sich auch mittels Parkett-Acryl (in Kartuschen) schliessen. Dabei sollte auf den richtigen Farbton geachtet werden.
  • Ränder und Ecken bearbeiten
    Vor dem letzten Schleifgang werden Ecken, Nischen oder auch Flächen unter Heizungsradiatoren mit einer Rand- oder Treppenschleifmaschine behandelt. Allenfalls kann hierfür auch eine Exzenter-Schleifmaschine verwendet werden. Es sind in der Regel zwei bis drei Schleifgänge mit unterschiedlicher Körnung erforderlich.
  • Feinschliff
    Der Feinschliff erfolgt je nach Maschinentyp parallel oder quer zum Einfall des Lichts. Nehmen Sie einen einfachen Grundrissplan des Raumes mit eingezeichneten Fenstern zum Vermieter der Parkettschleifmaschine mit und lassen Sie sich beraten, in welche Richtung der Feinschliff erfolgen sollte.

Parkett versiegeln
Wenn Sie sich für eine Versiegelung des Parketts entscheiden, müssen Sie sich auf mehrere Arbeitsgänge einrichten. Weist der Boden viele Fugen auf, so sind Sie mit dem Gang zum Fachmann aber in jedem Fall besser beraten. Informieren Sie sich beim Kauf von Siegellack beim Händler anhand eines Grundrissplans des Bodens mit eingezeichneten Fenstern, von welcher Seite her und mit welchen Mitteln (z.B. Rolle oder Flächenstreicher) der Siegellack aufgetragen werden soll. Wenn der Boden zuvor geschliffen worden ist, empfiehlt sich mindestens zwischen dem ersten und zweiten Auftragen des Siegellacks ein neuerlicher Schleifgang mit feiner Körnung. Vor der Bearbeitung und nach einem allfälligen Zwischen-Schleifgang muss der Boden staubfrei gesaugt werden. Zwischen den jeweiligen Versiegelungen sind Trocknungszeiten gemäss Angaben des Lackherstellers einzuhalten.
 
Pflege:
Wischen, saugen, leicht feucht aufnehmen und allenfalls mit Parkett-Pflege nachbehandeln.
 
Parkett ölen
Etwas einfacher und daher auch für Heimwerkerinnen und Heimwerker besser geeignet sind das Ölen und allenfalls Wachsen eines Parkettbodens. Vor Beginn der Arbeiten muss der Boden staubfrei gesaugt werden. Anschliessend wird das Parkett-Öl grosszügig mit einer Streichbürste oder einem Lackroller auf das Parkett aufgetragen, damit sich die Poren mit Öl vollsaugen können. Gleich anschliessend wird das überschüssige Öl mit einem Gummiwischer abgetragen, um Flecken zu verhindern. Danach wird das Öl mit einem Lappen von Hand mit Kreisbewegungen in das Holz eingearbeitet.
 
Nach Ablauf von 12 bis 24 Stunden erfolgt das Polieren. Mit Vorteil verwenden Sie hierzu eine Kombimaschine, welche bereits für das Schleifen zum Einsatz gekommen ist. Je nach Ihrem Geschmack und Ihren Bedürfnissen können Sie den geölten Parkettboden in einem weiteren Arbeitsgang zusätzlich mit Wachs versehen (siehe auch nächster Abschnitt).
 
Pflege:
Wischen, saugen und mit Ölpflege bzw. Wachspflege nachbehandeln.
 
Parkett wachsen
Wachs wird in der Regel kalt und von Hand mit einem Schwamm in kreisenden Bewegungen aufgetragen. Dabei gilt es zu beachten, dass nicht zu viel Wachs verwendet wird, da ansonsten ein Schmierfilm übrig bleiben kann. Auch sollte der Boden Zimmertemperatur aufweisen, damit der Wachs während dem Auftragen nicht auskristallisiert. Je nach Produkt kann das Wachs auch warm aufgetragen werden. Hierfür wird das Wachs auf ca. 80° erhitzt und mit der Poliermaschine aufgetragen. Hierbei gilt es zu beachten, dass die Temperatur des Wachses stets konstant bleibt. Im Gegensatz zu Kaltwachs dringt Warmwachs tiefer in die Poren ein und verschliesst das Holz entsprechend besser.
 
Pflege:
Wischen, saugen und mit Wachspflege nachbehandeln.


Infobox
Infobox
 
Laden Sie hier die Infobox (PDF) mit Angaben zu Material, Werkzeug, Schwierigkeitsgrad, Zeitaufwand und Kosten herunter.

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Text: hausinfo
Bilder: ImagePoint (f8-Das Bild, ©Bernd Kappelmeyer)

Letzte Aktualisierung: 22.03.2012

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