Heizen mit Öl
Neubauten werden immer weniger mit Öl beheizt. Obwohl der aktuelle Marktanteil unter 10 % liegt, ist der fossile Brennstoff nach wie vor die weit verbreitetste Heizwärmequelle.
(knü) Weit mehr als die Hälfte des bestehenden Gebäudeparks sind mit einer Ölheizung ausgestattet. Bedingt durch die beiden Erdölkrisen der Siebzigerjahre und das zunehmende Umweltbewusstsein der Bevölkerung hat sich allerdings der Anteil der Erdölprodukte am Energieverbrauch von 80 % (1973) auf 54 % (2010) reduziert. Weniger als die Hälfte davon sind allerdings die Brennstoffe für Gebäudeheizung. Bei neu erstellten Wohnhäusern wird die Ölheizung ebenfalls vom Spitzenplatz verdrängt. Gemäss aktuellen Markterhebungen hat die Wärmepumpe bei Wohnbauten ihre Nase vorn, währenddem Ölheizungen auf einen Anteil unter 10 Prozent und somit auf Platz fünf zurück gefallen sind. Bei sanierten und neugebauten Mehrfamilienhäusern dominiert die Gasheizung.
Heizen mit Öl bleibt dennoch bequem in der Handhabung, belastet die Umwelt aber deutlich stärker als die alternativen Energieträger Umgebungswärme oder Erdgas. Das Heizöl ist derzeit starken Preisschwankungen ausgesetzt und unterliegt zusätzlich der CO2-Abgabe. Mittelfristig gehen Fachleute aber von weiter steigenden Betriebs- und Energiekosten aus. Eine Ölheizung kann auch mit erneuerbaren Energien kombiniert werden, zum Beispiel mit einer Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung. Moderne Ölheizungen basieren auf der Kondensationstechnik, die den Wirkungsgrad auf bis zu 106 Prozent verbessern.
ReservenDie nachgewiesenen Vorräte an Erdöl dürften noch für mehrere Jahrzehnte reichen. Die Schweiz hat zwei Raffinerien in Cressier (NE) und Collombey (VS), die rund einen Drittel des Bedarfs an Mineralölprodukten herstellen. Zwei Drittel werden aus europäischen Raffinerien in die Schweiz importiert.
Damit das Land ausreichend mit Heizöl versorgt ist, gibt es Pflichtlager, die den Bedarf von vier Monaten decken. Zusammen mit Händlerlagern und dem Vorrat der Konsumenten deckt die Lagerkapazität unseres Landes mehr als einen Jahresbedarf.
Preise
Der Preis für Erdöl ist den Regeln des freien Marktes ausgesetzt. In den letzten Jahren hat daher auch der Preis für Heizöl stark zugenommen: Bezahlte man vor 10 Jahren für 100 l Heizöl rund Fr. 35.-, so kostet dieselbe Menge heute knapp Fr. 105.- (Richtwert Januar 2012).
Text: hausinfo
Bild: Buderus Heiztechnik AG
Letzte Aktualisierung:
16.05.2012

