Seite drucken

Bei der Auswahl des Grundstücks negative Belastungen prüfen

Vor dem Kauf einer Bauparzelle oder eines schlüsselfertigen Wohnhauses ist es sinvoll abzuklären, ob negative Belastungen respektive Einflüsse auf das Grundstück bestehen.
 
Für eine wohngesundheitliche Analyse sind die nähere und weitere Umgebung einzubeziehen:

Pflanzen und Bäume spenden Sauerstoff, puffern Schadstoffe in der Luft puffern und mildern die sommerliche Hitze.
  • Befinden sich Gewerbebetriebe in der Nähe, die Lärm verursachen oder Rauchgase emittieren?
  • Liegt das Grundstück im Abstrahlbereich von Sendeanlagen oder Radarstationen (Flughafen)?
  • Wie sieht es mit der unmittelbaren verkehrstechnischen Anbindung beziehungsweise Infrastrukturvorhaben in der Nachbarschaft aus, z.B. der Erschliessung neuer Gewerbegebiete, neuen Wohnüberbauungen, der Nähe zur Autobahn und Eisenbahn etc., da dadurch Lärmbelastungen erfolgen können?


  • Welche Immissionen und Untergrundeinflüsse wirken auf den Standort ein?
  • Wie ist der örtliche Bezug zu Grünflächen und Bäumen? Pflanzen und Bäume spenden Sauerstoff, puffern Schadstoffe in der Luft puffern und mildern die sommerliche Hitze.
  • Weist die Siedlung eine starke Oberflächenversiegelung auf?
  • Wie können Belichtung und Aussicht genutzt werden?  

Soziale Faktoren
Neben den baubiologischen Faktoren wirken sich auch soziale und allgemeine Identifikationsfaktoren auf das Wohlbefinden der Bewohner und Bewohnerinnen aus. Daher sollten zusätzlich die soziale Bewohnerstruktur in der Umgebung und die Bebauungsdichte betrachtet werden: Ist der beabsichtigte Standort für ein freies individuelles Wohnen ohne Beeinträchtigung geeignet? Beziehungsweise macht dies schlimmstenfalls eine schwierige Nachbarschaft unmöglich?


Luftbelastung

Die Luft, die wir atmen, kann mit Abgasen, Feinstaubpartikeln, Pflanzenpollen oder chemischen Schadstoffen sehr stark belastet sein. Viele Menschen reagieren gesundheitlich darauf. Daher ist es ratsam, mögliche Luftbelastungen am Gebäudestandort frühzeitig zu erkennen und allenfalls messtechnisch zu überprüfen. In bestehenden Häusern kann es im Verdachtsfall angezeigt sein, Luftschadstoffmessungen oder eine Schimmelpilzkontrolle zu veranlassen.

 
Lärmbelastung 
Lärmimmissionen sind nicht nur objektiv messbar. Sie können subjektiv sehr unterschiedlich wahrgenommen und als störend empfunden werden. Schall wirkt direkt auf das zentrale Nervensystem ein und kann einerseits Schlafmangel und Unruhe verursachen. Andererseits kann er zur psychischen Belastung werden und die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Andauernder übermässiger Lärm verursacht in jedem Fall zahlreiche Stresssymptome. Vor dem Erwerb einer Immobilie kann es daher sinnvoll sein, das Grundstück einen Tag lang auf die subjektive Wahrnehmung der vorhandenen Lärmbelastung auszutesten.
 
Erdmagnetfelder 
Der biologische Organismus kann unbewusst starke Erdmagnetfeldverzerrungen wahrnehmen. Treten sie im Schlafbereich einer Wohnung auf, verursachen sie unruhigen Schlaf, Verspannungen und Reizbarkeit.
Vor allem Metalle wie Eisen im Beton und Stahl, in Federkernmatratzen sowie technischen Einrichtungen verändern das natürliche magnetische Gleichfeld innerhalb eines Gebäudes massiv. Die magnetischen Gleichfelder, nach denen sich Zugvögel und Fische orientieren, umspannen den Globus von Norden nach Süden.

Erdgitter  
Innerhalb der Erdkruste verlaufen verschiedenste Arten von Linien. In der Theorie werden diese Linien als Energielinien bezeichnet, da sie energetische Auswirkungen auf biologische Organismen haben können. Am bekanntesten und physikalisch am besten mess- und nachweisbar sind Wasseradern. Viele Menschen reagieren darauf, beispielsweise mit Schlaflosigkeit, starkem Träumen, Gelenkbeschwerden und Kreislaufstörungen.
Die Existenz von Energie- und Kraftlinien ist bereits seit Jahrtausenden bekannt und fand in früheren Kulturen oftmals Eingang in planerische Überlegungen für neue Bauten, beispielsweise bei der Standortwahl von Sakralgebäuden.
 
Elektrosmog
Elektromagnetische Felder und Wellen, die von elektrischen Leitungen, Geräten und Sendeanlagenausgehen, werden als nicht ionisierende Strahlen (NIS) bezeichnet – umgangsprachlich «Elektrosmog» genannt. Starke nicht ionisierende Strahlung schädigt die menschliche Gesundheit erwiesenermassen. Zu den bekanntesten «Smogquellen» gehören die Stromversorgung, elektrische Haushaltsgeräte, Eisenbahnstrom, Rund-, Richt- und Mobilfunk sowie neuere Funkanwendungen in Gebäuden.
 
Radon  
Radongas kommt besonders in Bergregionen regelmässig vor. Es ist unsichtbar, geruchlos und geschmacklos; zugleich weder giftig noch explosiv. Radongas kann aufgrund seiner radioaktiven Eigenschaften Krebs auslösen. Das Risiko für Lungenkrebs steigt mit zunehmender Radongaskonzentration nachweislich. Gewisse Bauarten und Altbauten können für die dauernde Exposition der Bewohner und Bewohnerinnen ein Risiko darstellen, da das Eindringen der Radongase im Keller und durch das Fundament kaum zu verhindern ist.
Radon ist ein natürliches Zerfallsprodukt des im Boden vorkommenden Radiums. Das Ausgangselement der Radon-Zerfallsreihe ist Uran. Die kantonalen Umweltämter haben die Belastung der Wohngebiete mit Radongas auf so genannten «Radonkarten» erfasst.
 
Vibrationen 
Der menschliche Organismus entspannt und regeneriert sich im Ruhezustand. Vibrationen, die auf den ruhenden Körper dauerhaft einwirken, können den Regenerationsprozess behindern und so Schlafprobleme, Kopfweh und Reizbarkeit verursachen. Quellen von mechanischen Erschütterungen sind beispielsweise Heizpumpen, Motoren, Maschinen und der Verkehr. Oft werden Erschütterungen und Vibrationen kaum aktiv wahrgenommen, können in Ruhezeiten trotzdem störend sein. Erschütterungen und Vibrationen beeinträchtigen nicht nur die Gesundheit der Bewohner, sondern beschädigen auch Bauten.
 
 
Text: Schweizerische Interessengemeinschaft für Baubiologie/Bauökologie SIB und hausinfo
Bild: SIB

Letzte Aktualisierung: 19.05.2011