Lehm: Baustoff mit Geschichte und Zukunft
- Lehm kann mit einfacher Technik dort verwendet werden, wo er vorhanden ist – sofern die Qualität stimmt. Wenn zudem die Trocknung auf natürliche Weise erfolgt, hat der Baustoff dank der geringen Herstellungsenergie eine hervorragende Schadstoff- und Energiebilanz; ein Lehmhaus benötigt zur Herstellung etwa 1/20 der Energie eines konventionellen Hauses.
- Lehm schafft ein gutes Raumklima. Er reguliert die Luftfeuchtigkeit, indem er Wasserdampf aufnimmt und bei trockener Luft langsam wieder abgibt. Zudem bindet er schlechte Gerüche wie Küchengerüche oder Zigarettenrauch.
- Lehm lässt sich leicht reparieren und kann etwa bei einem Abbruch eines Objekts vollständig wieder verarbeitet werden.
- Dank dem hohen Rohgewicht bietet Lehm einen guten Schall- und Trittschutz und erreicht mit Zuschlagstoffen (Sand, Stroh, Blähton) gute Wärmedämmwerte.
- Lehm eignet sich dank der einfachen Handhabung für Selbstbauprojekte und lädt zur kreativen Gestaltung ein.
- Massivlehmsteine (Adobe) sind wie Backsteine zu vermauern, am besten mit Lehmmörtel. Sie können für wärmespeichernde und schalldämmende Innenwände oder als Innenschale im Holzrahmenbau verwendet werden und eignen sich für tragende Wände.
- Stampflehmmauern (Pisé) entstehen durch Feststampfen (bei uns meist mit Hand- oder Pressluftstampfer) in einer Schalung. Sie können eine tragende Funktion übernehmen, sind gute Speicherwände und weisen mit ihrer unregelmässigen Struktur einen speziellen Charakter auf.
- Stroh- und Holzlehmsteine sind mit Stroh, Holzhäcksel, Hobel- oder Sägespänen angereichert und bieten sich an für wärme- und schalldämmende Aussen- und Innenwände im Holzskelett oder als Innendämmung einer Aussenwand.
- Flechtwerk mit Strohlehmbewurf wird vor allem bei Renovationen von Ausfachungen (Riegelhaus) eingesetzt.
- Lehmbauplatten können beispielsweise gut verwendet werden, um eine Wandheizung oder in einer Dachschrägenverkleidung die Lattung zu beplanken und verputzen.
- Lehmputz, Lehmmörtel und Anstriche eignen sich, um im Gebäudeinnern Gerüche zu binden und die Luftfeuchtigkeit auszugleichen. Dazu sollten sie höchstens mit reinen Naturfarben (mineralisch) gestrichen werden. Nicht angewendet werden sollte Lehmputz im Spritzwasserbereich.
Letzte Aktualisierung:
10.04.2012
(msc) Mit Lehm wird seit Jahrtausenden und auf der ganzen Welt gebaut – beispielsweise besteht die Chinesische Mauer im Kern zu einem grossen Teil aus Lehm. Auch in der Schweiz kommt der Baustoff schon lange zum Einsatz: Im Fachwerkbau (Riegelhaus) etwa wurde das Holzgerüst mit Lehm und einem Zuschlag wie zum Beispiel Holzgeflecht ausgefacht.
Positiv für Raum und Umwelt
Vielfältig im Einsatz
Gute Kombination mit Minergie 
