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Den Flammen entkommen

Mit einer Rauchvergiftung davon gekommen ist eine Stockwerkeigentümerin, deren Wohnung mitten in der Nacht Feuer fing. Weil sie rechtzeitig aufwachte, konnte sie sich gerade noch in Sicherheit bringen. So viel Glück haben nicht alle.

(mei) «Als ich aufwachte, konnte ich weder den Rauch riechen noch sah ich die Flammen. Dennoch wusste ich sofort, dass etwas ganz, ganz falsch war. Mit einem Schlag war ich hellwach.» So beschreibt die 46-jährige Bernerin Sabina Maeder die ersten Sekunden nach dem Aufwachen. Sie richtete sich im Bett auf und betätigte den Schalter des Nachttischlämpchens, doch das Licht ging nicht an. «Dann erst nahm ich den beissenden Rauch und die Wärme wahr und realisierte, dass ich kaum mehr Luft bekam», sagt Maeder. Sie sprang aus dem Bett, sah im Wohnzimmer Flammen und schloss sofort die Tür, damit sich das Feuer nicht so schnell ausbreiten konnte. Fluchtartig verliess sie die Wohnung und lief zur Wohnung ihres Mannes hoch, die zwei Stockwerke über ihrer liegt. Dieser alarmierte die Feuerwehr und weckte die zwei anderen Hausbewohnerinnen.

Die Wohnung wurde komplett geräumt. Was nicht zerstört ist, lagert in speziellen Kammern bei einer Firma, die alle Gegenstände geruchsneutralisiert.Wohnung vollständig geräumt
Im Parterre warteten die Bewohner auf die Ankunft der Feuerwehr, die nach nur wenigen Minuten eintraf und das Feuer rasch zum Erlöschen brachte. «Ein Feuerwehrmann brachte mir meine Brille aus der Wohnung. Ich bin stark kurzsichtig und hatte bis zu diesem Zeitpunkt alles nur verschwommen gesehen», erinnert sich Maeder. Nach einem kurzen Gespräch mit der Polizei, die ebenfalls vor Ort war, wurde Maeder ins Spital gebracht, wo sie zur Behandlung der erlittenen Rauchvergiftung zwei Tage bleiben musste. In der Zwischenzeit wurde die Wohnung komplett geräumt. Was nicht zerstört ist, lagert in speziellen Kammern bei einer Firma, die alle Gegenstände geruchsneutralisiert. Einen Karton mit dem Nötigsten hat Maeder bald erhalten, der Rest muss noch warten. Vollständig entsorgt werden mussten die angebrochenen Lebensmittel, da diese bei einem Brand ungeniessbar werden, sowie alle elektronischen Apparate


Wie viel Russ sich entwickelte, ist am Zustand des Radiators gut zu erkennen.Glück im Unglück
«Ich bin dankbar, dass ausser mir niemand zu Schaden kam, auch nicht die im Haus lebenden Tiere, vier Katzen und ein Hund», beschreibt Maeder ihr vorherrschendes Gefühl nach dem Brand. Die Sache hätte auch anders ausgehen können: Gemäss der Beratungsstelle für Brandverhütung (BfB) wird selbst aggressiver Rauchgeruch im Schlaf nicht wahrgenommen. Die meisten Menschen, die bei einem Brand ums Leben kommen, sterben nachts, da sie wegen des eingeschränkten Geruchssinns nicht rechtzeitig aufwachen. Dabei zählt jede Sekunde: Das Einatmen von Feuerrauch, eine Mischung aus heisser Luft, giftigen Gasen und Russpartikeln, kann schon nach kurzer Zeit zu Bewusstlosigkeit und Tod führen, sagt die BfB. 


Das Feuer ging von einem Duftlämpchen aus, das neben dem Fernseher auf dem Sideboard stand.Duftlämpchen verursacht Brand
Die genaue Brandursache ist noch unklar. Fest steht einzig, dass der Brand von einem Duftlämpchen ausging, das im Wohnzimmer neben dem Fernseher auf einem Sideboard stand. «Wie immer vor dem Zubettgehen stellte ich den Fernseher ab und blies die Rechaudkerze im Duftlämpchen aus», sagt Maeder, die jedoch nicht beschwören kann, dass die Kerze auch an diesem Abend tatsächlich nicht mehr brannte. Brennen Kerzen ganz herunter, kann die Hitze eine brennbare Unterlage in Brand setzen. Deshalb empfiehlt Christoph Lienert, Leiter Prävention und Intervention bei der Gebäudeversicherung Bern (GVB), Kerzen immer in geeignete Halterungen (weder Holz noch Kunststoff) und diese auf nichtbrennbare Unterlagen zu stellen. «Kerzen müssen genügend Abstand zu brennbarem Material wie Vorhängen, Dekorationen und Tannenzweigen, das sich neben oder über ihnen befindet, aufweisen und dürfen nie unbeaufsichtigt brennen. Besonders heikel sind Kerzen in Gestecken, Adventskränzen oder auf Christbäumen», sagt Lienert. Wie Kerzen gehören auch Weihnachtsbäume auf nichtbrennbare Unterlagen gestellt. 


RauchwarnmelderRauchwarnmelder installieren
Auch eine Woche nach dem Brand ist die Normalität noch nicht wieder eingekehrt. Maeder, die eine Woche krank geschrieben war, spürt die Folgen der Rauchvergiftung immer noch. Solange der beissende Geruch in ihrer Wohnung noch vorhanden ist, darf sie sich deshalb nur kurz dort aufhalten. Vorläufig wohnt sie bei ihrem Mann. Die ersten Offerten zur Reinigung und Renovation sind zwar eingeholt, aber Maeder hat sich für die Erledigung der administrativen Arbeiten und die Treffen mit den Versicherungsexperten und der Polizei ein paar Tage frei genommen. Klar ist, dass nun rasch Rauchwarnmelder installiert werden müssen – ein Entscheid, der bislang vertragt wurde, weil die Hausbewohner nicht wussten, für welches Modell sie sich entscheiden sollten.



Text: hausinfo
Bilder: hausinfo und zvg

BfB




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Letzte Aktualisierung: 15.09.2011