Möbelmesse Mailand 2012: Farbe ist Trumpf
Tropische Dschungellandschaften, kunstvolle Wohnarrangements – Bei der Standgestaltung lautete das Motto der diesjährigen Möbelmesse Mailand «Klotzen, nicht kleckern»: Die Hersteller demonstrierten eindrücklich, dass die Möbelmesse Mailand immer noch den Ton in Sachen Wohndesign angibt.
(mei) Eins hat sich auch im Jahr 2012 bestätigt: Unter den vielen namhaften Designerinnen und Designern, die für die bekanntesten Hersteller tätig sind, ist die Spanierin Patricia Urquiola immer noch eine Klasse für sich, was Originalität und Schaffenskraft angeht. Ein Beispiel ist ihr Sofa M.a.s.s.a.s. (Moroso Asymmetric Sofa System Adorably Stitched), ein auffallend geformtes Sofa-System mit einem asymmetrischen Look, das sie für den italienischen Möbelhersteller Moroso entworfen hat und das den Trend zu stark strukturierten Bezügen mit unvergleichlicher Eleganz wiederspiegelt. Verkleidung ist alles

Die neuen Sofas und Stühle zeigen vor allem etwas: Glatte Oberflächen sind passé. Besonders eindrücklich kommt dies beim Ein- und Zweisitzer Apps von Artifort zur Geltung. Der quadratische Würfel mit abgerundeten Ecken erinnert nicht nur in seinem Namen, sondern auch in seinem Aussehen an ein Smartphone und verfügt über einen Innenrahmen aus Holz sowie eine Schaumschicht mit einer Maserung, die dem Bezug ein dreidimensionales Aussehen verleiht. Auch der Schaukelstuhl Sol von Molteni, der unter Verwendung von lasergeschnittener, kaltgepresster und elektrogeschweisster Aluminiumfolie hergestellt wurde, zeichnet sich in erster Linie durch seinen stark geformten Bezug aus. Gar noch einen Schritt weiter geht Offecct mit seinem Stuhl Coupe, der – Stuhlbeine inklusive – vollständig mit textilem Gewebe bezogen ist. Einem Gewebe notabene, das auch in diesem Fall so stark geformt wurde, dass es schon fast skulptural anmutet.
Knallig und bunt Die Farben feiern heuer ein eigentliches Revival. Zwar sind Erdtöne immer noch en vogue, doch sind sie längst nicht mehr so bestimmend wie auch schon. Wie schön Farbe sein kann, demonstriert Patricia Urquiola mit ihrem Tisch Crossing, den sie für Glas Italia geschaffen hat. Mit zwei Glasplatten und einer speziellen dreidimensionalen Dekoration verändern sich die Linien und Farben des Tisches je nach Blickwinkel und Lichteinfall. Der Tisch als Kunstwerk? Voilà!
Farbe bekennt auch Philippe Starck, der mit Ambroise Maggiar für Kartell den Kerzenhalter Abbracciaio entworfen hat. Er besteht aus zwei sich ineinander gehakten Formen aus Aluminium, was dem Objekt die nötige Stabilität verleiht. Der 26 cm hohe Kerzenständer nimmt zwei Kerzen auf und ist in den Farben Silber, Gold, Schwarz, Graumetallic, Orange, Violett und Rosa erhältlich.
Mit dem Veloursteppich Madison mit schimmernder Oberfläche will der Langenthaler Teppichproduzent Ruckstuhl nichts weniger als den Glanz und Glamour von New Yorks gleichnamiger Prachtavenue in die hiesigen Stuben bringen. Und das mit Farbe: So stehen warme Grau-, kühle Blautöne sowie Korallenrot und Türkisblau zur Auswahl. Das Farbkonzept, das Ruckstuhl gemeinsam mit der Farbspezialistin Katrin Trautwein entwickelt hat, basiert auf dem Gedanken, dass sich für die verschiedenen Räume eines Hauses unterschiedliche Farben eignen: heitere Töne für das Wohn- oder Kinderzimmer sowie für die Küche, abgetönte, entspannende Nuancen im Schlafzimmer sowie konzentrierte Farben im Arbeitsbereich. Natürlich schön

Holz ist 2012 ebenfalls alles andere als bloss braun. Wie bunt Holz sein kann, zeigt sich nirgends so deutlich wie beim Containermöbel Bois de Rose von Edra: Es ist komplett aus Bois-de-Rose-Holzfurnieren, bestens bekannt von den Louis-XV-Kommoden, gefertigt, die je nach Modell mal so, mal so angeordnet sind. So auffällig dieser Look, so ungewöhnlich sind auch die «Türgriffe»: Geöffnet wird das Möbel nämlich mit Klavierpedalen. Ein Blickfang ist auch das stark gemaserte Holz, in dem der neue stapelbare Stuhl Link von Lapalma auf Wunsch erhältlich ist. Eine Besonderheit des Stuhls ist ein kleiner Spalt in der Rückenlehne, der für optische Leichtigkeit sorgt und gleichzeitig die Belüftung verbessert. Ein prägnantes Aussehen ist auch das Markenzeichen des neuen Stuhls Saya von Arper, der in Eiche natur, Teak und etlichen Farbvarianten erhältlich ist.
Neuer Retrolook Als Meisterwerk traditioneller Handwerkskunst präsentiert sich der wahlweise als Beistell- oder Couchtisch erhältliche, handgefertigte Bell Table, den Sebastian Herkner für Classicon 2012 erstmals hergestellt hat. Der Clou an der Sache: Der Designer stellt die Materialien quasi auf den Kopf, besteht der Tischfuss doch aus Glas, während die Tischplatte aus Metall gefertigt ist.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Moroso-Stuhls Take a line for a walk präsentiert der Designer Alberto Häberli eine Neuauflage mit einem Bezug, der dem Gedanken einer Schale noch mehr entspricht und so weich ist, dass er viel Komfort und Entspannung bietet – was sich auch im Namen niederschlägt: Neu heisst der Stuhl nun Take a soft line for a walk. Nur dass man es sich eigentlich lieber im Stuhl gemütlich machen als spazieren gehen möchte... Text: hausinfo
Bilder: zvg
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Datum:
23.05.2012
Letzte Aktualisierung:
22.05.2012
URL:
http://www.hausinfo.ch/home/de/wohnen/Moebelmesse-Mailand.html