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Kolumne «Glücklich wohnen»: Kunstvase für Kitschliebhaber

PS Jonsberg-Vasen von Hella Jongerius Wie wäre es nach dem Jahreswechsel mit einem bisschen Kitsch? Kunstvollem Kitsch natürlich! Und nicht irgend etwas, sondern eine Vase, die es in sich hat. Die holländische Designerin Hella Jongerius hat für einmal entgegen ihrer sonstigen Art für einen Massenanbieter entworfen: Ikea.

Das Besondere an Hella Jongerius’ Vase ist, dass sie Kunst mit Kitsch vereint und das auf ausserordentlichem Niveau. Anders ausgedrückt: Wären diese Vasen namens PS Jonsberg Einzelstücke, wären sie ziemlich teuer! Aber weil diese Stücke für die breite Masse gedacht sind, sind sie mit ihren knapp fünfzig Franken ein kleiner Insidertipp.

Porzellan zum Nachdenken
Hella Jongerius, die inzwischen zur Elite internationaler Designerinnen avanciert ist, hat mit diesem Wurf einmal mehr ihrer Leidenschaft gefrönt – dem Arbeiten mit Porzellan und mit der uralten, bauchigen Form eines Wasserbehälters. Für grundsätzliche Überlegungen ist Jongerius bekannt. Zum Beispiel, was sich mit einer zerbrochenen Tasse alles anstellen lässt. Man könne so eine nämlich, wie im alten Japan gang und gäbe, mit Gold zusammenkleben und ihr gleich eine andere Bedeutung zuführen. Dann wäre es keine Tasse mehr. Auch die PS Jonsberg-Vasen haben diese wunderbare Kombination von Alltagsgegenstand und dekorativem Objekt, dem anzusehen ist, dass der kreative Ansatz tiefgründig und überlegt ist.

Vielleicht sind die PS Jonsberg-Vasen in Sachen Dekoration für den einen oder anderen ein bisschen over the top, aber sie sind unbestritten ein Blickfang – und ein erschwinglicher dazu! Warum man die Vasen als kunstvoll bezeichnen darf? Nun, die holländische Designerin bewegt sich mit ihren Kreationen nicht nur auf international hohem Niveau – sie lotet dabei auch bewusst die Grenzen des kreativen Schaffens aus und gehört zu den wenigen Designerinnen, die sich zwischen Kunst und Kommerz zu bewegen wissen. Nicht umsonst hat Hella Jongerius nebst ihrem Arbeitspensum als Designerin in ihrem Atelier in Rotterdam auch Aufträge als Kuratorin in diversen Museen, sei es London oder New York.
Ungewöhnliche Sujets
Das Schöne an den PS Jonsberg-Vasen ist, dass man, je nach Stimmung und Interieur, zwischen vier verschiedenen Sujets auswählen kann: Da gibt es einmal die beiden Modelle in chinesisch angehauchter Art und mit üppiger Goldverzierung. Oder aber – für die, die es dezenter mögen – diejenige mit einem fein gestanzten Motiv. Und dann ist da natürlich diejenige mit den Dots, den Punkten, für die die holländische Designerin berühmt ist. Gefertigt sind sie alle aus Steinzeug und Feldspatenporzellan und, anders als andere Vasen, ein wenig heikel, wenn es ums Auswaschen geht. Also bitte nicht mit Spülmittel daran rumschrubben, sondern lediglich mit einem feuchten Tuch abwischen und einem trockenen nachpolieren. Wenn Sie möchten, können Sie Blumen in diese Vasen stellen. Aber wenn es nach der Designerin geht, ist das wirklich nicht nötig. Die Vasen wirken nämlich am besten solo!


von Delia Lenoir
Bild: zvg

Letzte Aktualisierung: 02.02.2011

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